Welcome to Malaysia!

Mein Herz wollte nicht gehen. Aber der Plan wollte es so. Es war zeit sich Gedanken um die Zukunft zu machen. Die Bewerbungsphasen für Unis und Co gingen los. Ich dachte es wäre richtig, nach einem Jahr, sich Gedanken zu machen, wie es mal weiter gehen sollte. Eine Entscheidung, die ich traf, weil alle es erwarteten. Die falsche Entscheidung, übrigens. Aber das wusste ich damals noch nicht genau, ich habe es nur irgendwie schon gespürt.

Und so flogen wir nach Kuala Lumpur. Ein letzter Stopp, bevor alles wieder losgehen sollte. Ich spürte wie mein Herz wieder zunehmend schwerer wurde, aber das wollte ich erst mal ignorieren.

In Kuala Lumpur hatten wir ein nettes, kleines Hotelzimmer, was ich einfach billig im Internet gefunden hatte. Ich weiß leider nicht mehr, wie es hieß. Und den ersten Tag erkundeten wir einfach die Stadt ein wenig. Wir schlenderten durch China Town und durch verschiedene Einkaufszentren. Es war als verlief eine ewig lange Linie quer durch die Stadt: auf einer Seite lebten die Reichen, auf der anderen die Armen. Auf der einen Seite konnte man sich im Einkaufsladen nicht mal einen Kugelschreiber leisten, alles war sauber und vergoldet und ordentlich. Auf der anderen Seite  begegneten mir tausend Straßenkatzen, es roch nach Urin und an jeder Ecke wollte mir ein Mann tausend Uhren aus seiner Jackeninnenseite verkaufen. Es war, nach Australien, ein bisschen wie ein Kulturschock. Ich vermisste irgendwie den Sand und das Meer und die Natur..natürlich standen hier eher Hochhäuser und alles war noch irgendwie in der Bauphase. Ich hoffte das würde sich noch ändern, wenn wir ein wenig raus fuhren ..

.. was wir am nächsten Tag vor hatten. Bei „Get your Guide“ fand ich eine Tour die ich spontan buchte und die uns zu verschiedenen, schönen Stellen Malaysias führen sollte. Eine gute Entscheidung! Endlich raus und was sehen. Der erste Stopp waren die Batu Caves, die nördlich der Stadt Kuala Lumpur liegen. In diesen Höhlen befinden sich mehrere Hindu Tempel und sie sind aufjedenfall eine Reise wert. Der Blick auf die Höhle ist einfach wahnsinn und es lohnt sich auch aufjedenfall die riesige, goldene Statue zu
sehen, die den Gott Murugan darstellt, wie ich heraus gehört habe. 272 steile Treppenstufen geht es nach oben in die Kathedralenhöhle hinein, wo auch mehrere Schreine, Hindustatuen und Gemälde zu sehen sind. Weiter hinten hat man außerdem eine atemberaubende Aussicht. Viele Menschen saßen und beteten und man hörte Stimmen, die alle in einander verflossen und sich wie Gesang anhörten. Es hatte irgendwie etwas mystisches und beruhigendes … sollte es wirklich spirituelle Erlebnisse geben, oder irgendwelche höheren Kräfte, dann sind sie dort ganz bestimmt zu finden.

Vor der Höhle begegnet man außerdem noch 100 Affen, die umher springen, weswegen man seine Sachen lieber gut festhalten sollte – diese Javaneraffen sind diebisch, aber auch zuckersüß, besonders die noch ganz kleinen!

Auf dem großen Platz davor kann man Tauben füttern. Unser Tourguide (wir waren mit ihm nur zu dritt unterwegs) war auch super lieb und hat uns viele interessante Fakten erzählt, außerdem hatte er sogar an Vogelfutter gedacht, so das wir auch noch ein paar Tauben glücklich machen konnten 😉

Weiter ging es eine lange Straße entlang, wo wir auch kurz anhielten um dieses mal keine Vögel, sondern Affen zu füttern. Den Name dieser lustigen Tiere habe ich leider vergessen, aber sie sind schwarz-silbrig, nur die Babys, die sind witzigerweise knallorange! Als unser Guide den Kofferraum öffnete um Futter zu holen sprangen sofort 100 Affen auf ihn! Einer hat ihn sogar in den Finger gebissen, aber ich konnte ihn mit einem Heftpflaster retten 😀 .. Wir blieben für ein paar Fotos und Streicheleinheiten für die Affen und fuhren dann weiter zum Elephant Sanctuary.
Dort werden – wie der Name sagt – verletzte Elefanten gepflegt und später wieder frei gelassen. Die Ranger erzählten etwas über ihre Arbeit, zeigten ein paar Rettungsvideos und die Elefanten konnten wir natürlich auch füttern und beschmusen 🙂 Das Sind wirklich wunderbare Tiere! Hätte mich am liebsten gleich für die Rangerausbildung angemeldet. Auch dieser Ausflug hat sich wirklich gelohnt. Aber auch aufgrund der Hitze und der hohen Luftfeuchtigkeit wirklich anstrengend. Man schwitze sogar nur vom Zwinkern! Mal in einen Klimatisierten Raum zu kommen war wahnsinnig entspannend!

Aber das sollte uns nicht die Laune vermiesen, also ging es später auch schon weiter nach Kuala Kampung, ein kleines Holz Dörfchen was auf Pfählern quasi im Fluss steht. Das alles sahen wir aber nur vom Boot aus 🙂 Es war schon ein bissschen dunkler geworden, da warf unser Bootsmann etwas ins Wasser und plötzlich waren um uns herum hunderte Adler zu sehen, die das Boot umkreisten und auf die nächste Leckerei warteten, die ins Wasser geworfen wurde. Schade das ich kein Teleobjektiv hatte um wirklich scharfe Nahaufnahmen zu machen! Später gesellten sich sogar zwei große Warane ans Boot, die auch was zu futtern abbekommen wollten 🙂

Der letzte Ausflug geschah in völliger Dunkelheit, wieder im Bootv von Kuala Selangor aus, im Firefly Park Resort Bukit Belimbing. Ganz ruhig fuhren wir im Boot den Selangor River entlang, alles ist stockfinster als wir die letzten Lichter am Boot löschten und die Lichter der Häuser schon hinter uns lagen. Der Bootsmann stellt das Boot quer. Und jetzt? Stellt euch vor es würden plötzlich tausend Sterne vom Himmel fallen, oder
es wäre Weihnachten und jemand schaltet nach und nach die Lichterketten ein, oder ihr wärt plötzlich in Nimmerland und Tinkerbell verstreut ihren Feenglanz auf allen Bäumen und Büschen. Das war sie also, eine der größten Glühwürmchenkolonnien. Um mich herum fing alles an zu leuchten und zu flackern. Wenn das mal kein toller Reiseabschluss war. Ich hätte noch stundenlang sitzen bleiben können. Wenn es einen Ort gäbe, an dem ich immer gehen würde, wenn ich allein sein will und Ruhe brauche, dieser Ort wäre es…ich habe selten etwas schöneres gesehen.

Die Tour, die ich auf „Get your Guide“ gebucht habe, kann ich nur empfehlen. Unser Tourguide war einfach klasse und super lieb und hat an alles gedacht. Die Ausflugsziele haben sich alle gelohnt! Somit wurde auch unser Malaysia Erlebnis zu einem ganz besonderen!

Aber jetzt .. jetzt geht es erst mal nachhause ..

 

Veröffentlicht in Asien

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