Wieso ist es schwieriger nachhause zu kommen, als zu gehen?

Ich glaube wirklich, dass nur die Menschen, die diesen süßen Duft der Freiheit geschnuppert haben, es verstehen werden. Nur wer wirklich einmal über den Tellerrand hinaus geschaut hat, wer lange von Zuhause weg war, der weiß wie schwierig es ist wieder nachhause zu kommen. Man kommt zurück und .. es hat sich absolut gar nichts verändert. Alles ist noch wie es war, als hätte man die Zeit angehalten. Und dabei hat man sich selbst doch so verändert. Man hat tausend Abenteuer erlebt, ist innerlich so viel gewachsen und so viel weltoffener, als man es vorher war. Aber Zuhause scheint alles gleich geblieben zu sein. Und nun erwartete jeder von mir erneut, dass ich aus meinem Leben etwas mache und endlich „was Richtiges“ lernen sollte. Und hier kommen meine 2 Tipps fürs Leben:

  1. Hört bitte nicht auf Sätze wie „Das Gras ist woanders auch nicht grüner!“ oder „Du bist jetzt genug in der Weltgeschichte herumgewandert, jetzt musst du endlich mal anfangen etwas zu lernen!“ 
    – Ganz ehrlich? Das Gras ist woanders verdammt nochmal grüner, denn sobald ich an einen neuen Ort komme bin ich glücklicher! Und nein, du musst nicht anfangen auf einmal iiirgendwas zu lernen, wenn du noch nicht weißt, was für dich das Richtige ist. Natürlich sollte man darüber nachdenken, was man wirklich will, um die Zeit nicht sinnlos verstreichen zu lassen. Aber, seid ehrlich, wer weiß das nach dem Abitur schon wirklich? Man ist viel zu jung, man kennt sich selbst kaum und hat sich noch überhaupt nicht ausprobiert. Man weiß nicht was man gut kann, denn mit 18 Jahren, ganz ehrlich: da war ich in der Phase meines Lebens in der ich nur geschlafen habe und Partys feiern wollte – was kann ich da schon großartig? Und irgendwas anzufangen, nur weil man denkt man muss, ist totaler Blödsinn und verschwendete Zeit. Was bringt einen schon die fertige Ausbildung, wenn man schlussendlich nie wieder in diesem Beruf arbeiten will? Lieber nutze ich diese freie Zeit, damit ich mich selbst finden kann, um am Ende das zu machen, was ich wirklich gern möchte.
  2. „Du bist noch jung, du kannst später immer noch herum reisen!“
    Nein, das kannst du nicht. Fragt mal eure Oma. Die beste Zeit ist immer JETZT! Später, wenn ihr vielleicht euer Studium oder eure Ausbildung beendet habt, da rutscht man irgendwie in die Arbeitsstelle rein. Oder ihr denkt euch „Jetzt habe ich diese sichere Arbeitsstelle!“ und ihr habt vielleicht Angst davor zu kündigen, oder denkt so eine kriegt ihr nicht nochmal wieder? Vielleicht wohnt ihr dann auch bereits mit eurem Partner zusammen und wollt das nicht aufgeben? Vielleicht plant ihr aber dann auch irgendwie schon wieder eine Familie, denn immerhin seid ihr dann eventuell schon Mitte 20 und der Gedanke an ein Baby und eine kleine, gemeinsame Familie im eigenen Haus gefällt euch doch ganz gut. Und das ist ja auch was wunderschönes .. aber mit einer Familie reist es sich eben doch eher schwierig und den festen Wohnsitz gibt man ja irgendwie ungern auf .. und dann ist später ganz schnell – zu spät. Und man wünscht sich man wäre in seinen jungen Jahren verreist um die Welt zu sehen .. denn irgendwann geht das nicht mehr. Meine Oma sagt immer zu mir: „Du machst das richtig, reise wenn du jung bist, ich habe das leider niemals gekonnt!“. Und damit hat sie wirklich vollkommen Recht! 🙂 Ich wünschte oft meine Eltern würden das genau so sehen, aber es ist auch wieder völlig verständlich, dass sie wollen, dass ich etwas lerne, einen festen Job habe und eine Wohnung, denn schließlich wollen sie auch nur das Beste und das ich abgesichert bin. Aber man selbst weiß einfach am Besten, was einem gut tut! Also lasst euch von solchen Sätzen nicht beeinflussen. Hört auf euer Herz!

 

Ich habe mich nach meiner Australien/Malaysia – Reise vor lauter Druck um mich herum ins erst beste Studium gestürzt und das war ein absoluter Fehler. Ich wollte es eben eigentlich nicht, es hatte mich nicht interessiert und ich habe mich damit einfach nur schlecht gefühlt. Ich wünschte jemand hätte mich damals davon abgehalten und wäre irgendwie auf mich eingegangen. Nach dieser Reise hat mir einfach total viel gefehlt und ich bin von „Unendlich glücklich“ auf „unendlich traurig“ abgefallen. 2 Semester später habe ich mein Studium abgebrochen, weil es so einfach nicht weitergehen konnte. Ich habe das Reisen so vermisst und die Einladung zu einem Europa Roadtrip hatte mich quasi wieder aus meiner Trauer gerettet .. also los gehts!

 

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